Betriebsstruktur

Voest


Die Betriebsstruktur in Linz wurde nach dem 2.Weltkrieg geprägt, als verstaatlichte Betriebe wie VOEST und Chemie Linz einen Großteil der Arbeitnehmer beschäftigten. Durch Rationalisierungsmaßnahmen und Privatisierungen, denen sich auch die Linzer Großbetriebe nicht entziehen konnten, reduzierte sich die Zahl der Mitarbeiter bei den großen Arbeitgebern. Aufgrund forcierter Umstrukturierungen konnte ein Großteil der in den letzten zehn Jahren abgebauten 15 000 Arbeitsplätze durch Neuschaffung kompensiert werden. So arbeiteten 1991 immer noch 27% der unselbständig Beschäftigten Oberösterreicher in Linz, wobei in den letzten zehn Jahren trotz Rationalisierung nur eine Abnahme von 6% zu verzeichnen war. Diese Entwicklung lässt sich dadurch erklären, dass freigesetzte Mitarbeiter von den überdurchschnittlich wachsenden Sektoren Dienstleistung und Handel aufgefangen wurden.

Entsprechend dem österreichweiten Trend, stieg der Anteil der Frauen am Linzer Arbeitsmarkt seit 1985 von 40% auf 44%, was durch familienfreundliche Maßnahmen, wie Teilzeit- und Gleitzeitregelungen, aber auch durch den gesellschaftlichen Wandel zu erklären ist.

Wenn man die nach Sektoren gegliederte Beschäftigungsstruktur der Arbeitnehmerstruktur gegenüberstellt, so ist festzustellen, dass 40% der Beschäftigten in der Industrie arbeiten, die jedoch nur 6% der Betriebe ausmacht. Handel und Gewerbe stellen je ein Viertel der Arbeitsplätze zur Verfügung und dominieren mit einem Anteil von 75% an der Betriebsstruktur. Die Geld-, Kredit- und Versicherungsbranche hat bei den Betrieben nur einen geringen Anteil von 0,14% stellt jedoch immerhin 7% der Linzer Arbeitsplätze, was durch die relativ großen Landeszentralen der Banken und Versicherungsanstalten zu erklären ist.

Betrachtet man die Größenverhältnisse nach der Anzahl der Beschäftigen pro Unternehmen, so wird man feststellen, dassmehr als die Hälfte der Betriebe weniger als 5 Mitarbeiter und nur 5% der Betriebe mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigen. Das ist ein typisch österreichisches Spezifikum, das im ländlichen Raum noch stärker ausgeprägt ist. So arbeiten 97,7% der oberösterreichischen Beschäftigten in Betrieben mit weniger als 100 Mitarbeitern.