Herstellung des Mühlviertler LeinensDie Leinenherstellung im Mühlviertel hat geschichtliche Tradition. Leinfaser und LeinölBasis des Mühlviertler Leinens war der Anbau und die Verarbeitung des Flachses, der in den 50er Jahren dieses Jahrhunderts verschwand. Anfang Mai angebaut, wurde er ca. 100 Tage später mit der Wurzel ausgerissen. Die Leinsamen wurden entfernt, getrocknet, gemahlen, mit Wasser versetzt und geknetet, um das Pflanzenöl lösbar zu machen. Dann wurde der Brei vorsichtig erhitzt und das Öl im Pressstock ausgepresst. Das so erzeugte Leinöl dient bis heute in Mühlviertler Spezialitäten als Speiseöl und ist ein wertvolles Heilmittel. Die von den Samenkapseln befreiten Pflanzenstengel wurden durch Wettereinfluss einer bestimmten Verrottung unterzogen und vorsichtig in einer Haar- oder Bähstub'n geröstet. Damit wurden die Fasern gelockert und zum Brecheln, Schwingen und Hecheln vorbereitet. Die weichen Fasern wurden von den harten Holzteilen des Stengels befreit und ausgekämmt, danach zu Zöpfen geflochten und im Winter zu Garn versponnen.
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